Eine Initiative nach einer Idee
von Marianne Grimmenstein

Neuigkeit

Frei
26.02.2017
Wie wir Zusammenarbeit erreichen können

Den Satz "Warum arbeitet ihr eigentlich nicht mit XY zusammen?" hören und lesen wir immer wieder in Zuschriften von Interessentinnen (setzen Sie für XY die gemeinschafts- und demokratiefördernde Organisation Ihrer Wahl ein). Prima Anmerkung und ja, wir würden das gerne tun, denn wir sind Demokratie-Freunde und nur mit einer breiten Zusammenarbeit können wir unsere Probleme lösen.

Ganz konkret kommt das Ganze in einem Vorschlag von Ingo W. zur Problemstellung „Nächste Schritte der Initiative“ zur Sprache. Viele Kommentare sind derselben Meinung. Heute schreibt AndreasO unter anderem:

"Deshalb gibt es wahrscheinlich auch die Skepsis und die Vorbehalte der NGOs für eine Zusammenarbeit. Zu leicht könnte der eigene Name in den Hintergrund treten, die Spenden an eine andere Adresse fließen..."

Das ist auch die Erfahrung, die Marianne Grimmenstein mit Ihrer CETA-Klage gemacht hat. In der Anfangsphase haben sowohl Mehr Demokratie (Twitter: @Volksentscheid), als auch Campact (Twitter: @campact) bei mehreren Anfragen nach Unterstützung und Zusammenarbeit abgewunken.

Marianne hat die Klage dann alleine durchgezogen und durch Journalistenkontakte wurden mehr Menschen auf sie aufmerksam.

Die einzige grössere Organisation, die sie von sich aus angesprochen hat, war change.org (Twitter: @ChangeGER) (und ich vermute, auch nur, weil sich dadurch ein grosser E-Mail Verteiler aufbauen liess und das für change.org ein grosser Gewinn in Deutschland war).

Erst als sie auf dem Weg war, zur grössten Verfassungsklage Deutschlands zu werden, kamen die "etablierten" Organisationen Foodwatch (Twitter: @foodwatch_de), Mehr Demokratie und Campact aus den Startlöchern.

Sie haben dann eine eigene, weitere Klage(!!) gestartet. Das sagt eigentlich schon alles.

Resultat: sehr viele Menschen, die an der Grimmensteinschen Klage teilgenommen hatten und die zweite Aufforderung erhielten, haben Marianne gefragt, was denn das soll. Verständlicherweise. Sie hatte also alle Hände voll zu tun, um die entstandenen Irritationen zu beantworten. Sämtliche Versuche, die „etablierten“ Organisationen dazu zu bewegen, wenigstens eine Klarstellung oder eine Zusatzinformation zu erreichen, wurden ignoriert.

In dem Zuge habe ich meine eigenen Erfahrungen z.B. mit Mehr Demokratie gemacht. Meine mehrfachen Anfragen, ob man nicht bei den weiteren Newslettern wenigstens darauf hinweisen könnte, dass es schon eine Klage gibt und man nicht zweimal beitreten und unterstützen kann, wurden mit „Blabla“ abgespeist.

Mein sehr trauriger und enttäuschter Eindruck ist inzwischen, dass egal welche Art von „etablierter“ Organisation man sich genauer ansieht, immer eine „Wir gegen die Anderen“-Systematik aufgebaut wird. Es geht sehr, sehr schnell nicht mehr um die Sache, sondern um die eigene Organisation. Wahrscheinlich ist das unauflösbar in den Genen einer Organisation eingepflanzt, es scheint nicht anders zu gehen. Oder nur mit sehr grosser Anstrengung.

Aber dieser Artikel soll auch einen Weg aufzeigen, wie wir die Situation positiv entwickeln können: Alle diese Organisationen sind sehr stark von Spenden abhängig. Deswegen richten Sie sich normalerweise an den Interessen ihrer Unterstützerinnen aus, sonst kommen ja keine Spenden mehr rein. Sie alle können also die Organisationen auffordern, mehr zu kooperieren und ihnen aufzeigen, was sie dabei zu gewinnen haben. Ihre Unterstützung, ihre Spende.

Deswegen habe ich auch alle Twitter-Kennungen in den Artikel eingesetzt, denn Twitter hat einen grossen Vorteil gegenüber einem Brief oder einer E-Mail: es kommt an und es können auch andere lesen. Und wenn viele Menschen den Organisationen twittern, bekommen es noch mehr Menschen mit und können diesen Wunsch verstärken.

Und man kommt sich nicht mehr ganz so „einzeln“ und machtlos vor, wenn man sieht, dass andere den eigenen Wunsch teilen…
Also: los geht's!

von Magnus Rembold
15 Kommentare
  • Ich halte eine Zusammenarbeit mit einer der vielen Zwergen-Parteien für Problematisch, der Der Grund in ihrer zwergenhaftigkeit liegt nach meiner Erfahrung in der Persönlichkeits-Struktur ihre Führer und ihrer wenigen Mitglieder.

    Wer in den Bundestag einziehen möchte, um etwas zu erreichen, kommt wegen unserer Gesetze nicht umhin eine Partei zu nutzen bzw. zu gründen.

    Allein weil im Bundestag mindestens die Hälfte der Abgeordneten Hofschranzen der Parteien sind.

    Im übrigen bemängle ich die mangelhaften Kommunikations-Möglichkeiten hier.

    Wittenzwerg WB
    02.04.2017 11:34 Uhr
  • wie Wahr, der "Konkurenzkampf" und das Geltungsbedürfnis scheint uns wohl schon in die Wiege gelegt worden zu sein. Ähnliche Erfahrungen habe ich im sozialen Bereich gemacht. Genau da, wo man es überhaupt nicht gebrauchen kann, da es darum geht sinnvolle Projekte für Menschen zu starten, wovon sie auch tatsächlich etwas haben. Dachte ich zumindest. Letztenendes geht es darum die eigene halbe Stelle zu sichern, um dann mind. die Hälfte der Zeit mit div. Anträgen und sonstigen Schreibkram beschäftigt zu sein, damit das eigene Projekt überhaupt überlebt und nicht dem staatlichen Rotstift zum Opfer fällt. Alles so gewollt?? Oder liegt es schon in den Genen einer Bürokratengesellschaft ...? Viel Sinn macht es nicht und wirkliche Hilfe kommt bei vielen Menschen nicht an. Wieso auch. Sie könnten ja auf einmal zufrieden sein und sich um die wirklich wichtigen Dinge kümmern.

    Christina
    05.03.2017 08:06 Uhr
  • Endlich sagt mal jemand die Wahrheit über Campact & Co.

    Vielen Dank.

    A. Herrmann
    04.03.2017 20:00 Uhr
  • Wie Magnus Rembold schon schrieb: Es geht bei den Kooperationswünschen leider meistens nur darum, mehr Anhänger für seine Bewegung tu erzeugen um sich selbst wichtiger zu fühlen / oder als wichtiger wahrgenommen zu werden.

    Die Kommentare mit dem Tenor oder Inhalt"nur gemeinsam können wir dies und das erreichen" sind imo absoluter Bullshit. Es geht dabei um Gleichschaltung und Machtbündelung. Beides schadet der Bewegung. Muss ich das begründen? Gleichschaltung bedeutet Abschaffung der "Pluralität" - Ich bin mir sicher es gibt keine Wahrheit die für 8 Milliarden Menschen gilt. Darum darf es keine Wahrheit geben die für 8 Milliarden Menschen gilt. Darum darf es imo auch keine Organisation geben, die 8 Milliarden Menschen vertritt. Auf die "Sprecher/Vertreter" dieser 8 Milliarden Menschen würde sich mehr Macht konzentrieren als ein Mensch aushält oder ertragen kann. Es ist unmöglich, das sich diese 8 Milliarden Menschen jemals persönlich kennen lernen. Was möglich ist, das sich 8 Milliarden Menschen auf ein paar ähnliche Werte einigen, die die Grundbelange des Zusammenlebens tangieren. Das ist alles was imo möglich ist. Dafür müssen die Menschen aber niemals zusammenarbeiten. Sie sollten nur feststellen, das sie nach ähnlichem oder gleichen Werte Kodex zusammen leben wollen.

    Dieser Werte Kodex ist das Grundgesetz der Bundesrepublik Deutschland in der Urfassung (Bundesgesetzblatt Nr. 1 vom Mai 1949) => https://www.bgbl.de/xaver/bgbl/start.xav?startbk=BundesanzeigerBGBl&jumpTo=bgbl149s0001.pdf#bgbl%2F%2F*%5B%40attrid%3D%27bgbl149s0001.pdf%27%5D__1488565280037

    Mir gefällt die Urfassung besser als die aktuellen Fassungen, weil ich keine Artikel brauche die die Wehrpflicht mit fragwürdigen Methoden in die Grundrechte eingebaut haben (ab 1956 ff )

    Darum das GG in der ursprünglichen Fassung mit den unverfälschten Grundrechten Artikel 1-20.

    Gut, jeder der sich auf diese Grundrechte / Werte beziehen kann, will auf dieses gemeinsame Ziel zugehen. Das Ziel ist , das alle Menschen dieser Welt sich auf diesen möglichst kleinen Kodex - Werte des friedlichen respektvollen Zusammenlebens beziehen.

    Dafür braucht es keinen Zusammenschluss der Initiativen. Im Gegenteil, jeder Zusammenschluss schadet, schränkt die Pluralität ein und wird eine immer mehr zentralistisch wirkende Bewegung. Je Zentralistischer eine Bewegung wird, um so einfacher kann man diese Bewegung angreifen und in die Wüste der Wirkungslosigkeit schicken.

    Darum: Wer es wirklich gut meint, wird genau das Gegenteil eines Zusammenschlusses und einer Zusammenarbeit fordern. Wer es gut meint, wird jede kleine Einzelgruppe erhalten und sich um jede Nuance freuen, die aus vielen Einzelgruppen entsteht und in das Gesamtergebnis einfließt.

    Ich habe fertig - XD - Amen mfg ukw

    03.03.2017 19:45 Uhr
  • Ich sehe es genau wie Almut, habe auch bei Frau Grimmensteins Klage mitgemacht und bin der Deutschen Mitte beigetreten. Eine Zusammenarbeit dieser beiden Organisationen kann ein großer Erfolg werden! Ich bin mir auch nicht sicher, ob solche Organisationen wie Mehr Demokratie nur zum Schein aufgebaut werden, um wirklich alternative Bewegungen zu spalten, ich habe da noch mehrere im Verdacht... Alles Gute

    Christina
    02.03.2017 20:28 Uhr
  • Ich war bei dern Klage dabei und fand die Idee der Bürgerkandidaten gut. Außerdem habe ich mich Entschlossen Mitglied der "Deutschen Mitte" zu werden. (Das ist eine Bewegung, die sich - aus den selben Beweggründen wie die Bürgerkandidaten - kürzlich als Parteil gegründet hat und versuchen will über diesen Weg das System zu ändern). Was kann man tun um zu Kooperieren um die dringend benötigte Kräfte zu BÜNDELN ? Das Ziel ist groß, der "Gegner" riesig. Der Erfolg aber dringend nötig. Das kann nur erreicht werden, wenn die nach Erneuerung strebenden Kräfte zusammenarbeiten, ich fürchte die Zersplitterung und Zerstreuung der "Willigen". Ich habe an den Vorstand der DM geschrieben. Lieber Magnus Rembold, liebe Marianne Grimmenstein, nehmt bitte auch Kontakt auf!

    Almut
    02.03.2017 06:13 Uhr
  • ja, vielen Dank für den Artikel und die Beleuchtung der Hintergründe. Mich hat dieses Verhalten "meiner" Organisation so irritiert und enttäuscht, dass ich mich ihr nicht mehr verbunden fühlen konnte und ausgetreten bin. (es hatte n.b. auch finanzielle Gründe) Die Idee, dass man ja der "Geldgeber" ist und dadurch Einfluss nehmen kann, finde ich gut, weil konstruktiv. Mir wurde übrigens gesagt, Frau Grimmenstein wäre selbst Mitglied bei MD, es gäbe keine Differenzen und sie sei nur mit ihrer Klage vorraus geprescht, man hätte nicht so schnell mitgekonnt, fände es aber gut. (Quelle: Mitgliederbetreuung, nicht Vorstandsebene)

    Almut
    02.03.2017 05:48 Uhr
  • Nur gemeinsam sind wir RICHTIG stark und können positives bewirken. Oder anders gesagt, "Alles was das Böse braucht um zu siegen sind gute Menschen die nichts tun." Edmund Burke

    Jens Nagel
    28.02.2017 23:45 Uhr
  • Dieser Beitrag ist auch für mich hilfreich , die unterschiedlichen Motivationen der Verschiedenen Organisationen zu verstehen. Kann man erstmal nur hoffen das über die Zeit mehr Zusammenarbeit bei gemeinsamen Anliegen entstehen kann .

    Allen Bürgerkandidateninnen und Unterstützter,weiterhin erfolgreiche Fortschritte

    Classic
    01.03.2017 18:53 Uhr
  • dieser Kommentar ist für mich sehr wichtig - Danke

    gerdiseler@aol.com
    01.03.2017 13:02 Uhr
  • Ich kann die Erfahrungen nur bestätigen: Auf meine Bitte um Kooperation v. 07.02.2017 bei Roman Huber, Mehr Demokratie e.V., habe ich bis heute keine Antwort erhalten - ist irgentwie schon enttäuschend. Also ist es um so wichtiger, dass ein Austausch zwischen Kandidaten/Sprechern der Bürgerkomitees 'ins Laufen kommt'.

    Erich wolfram
    01.03.2017 12:19 Uhr
  • Dieses "Kleine Brötchen backen" ist ein allgemeines Symptom für diese Gesellschaft. Das merken wir auch bei unserer Vereinsarbeit. Es ist unglaublich schwer, mehrere Interessengruppen unter einen Hut zu bekommen, wenn es um wichtige Themen geht. Jeder versucht, sein Profil in die vorderste Front zu rücken, um damit seine Finanzen aufzubessern. Dabei vergessen alle den Zweck der Initiative. Auf der Strecke bleiben die Menschen, für die wir das eigentlich tun. Die eigentlichen Profiteure der Spaltung der NGO´s sind die konventionellen Parteien, die sich bequem in ihre Sessel zurück lehnen und "Weiter so"-Parolen verkünden.

    Irene Gorski-Scarbart
    01.03.2017 10:58 Uhr
  • Danke für diese wichtigen Informationen. Ich wunderte mich schon über die Fülle der Anti-TTIP-Aufrufe und sah auch nicht die Systematik dahinter - und auch nicht den Egoismus. Es ist gut, nun den Verlauf und die Hintergründe zu verstehen.

    28.02.2017 23:12 Uhr
  • Danke für den Artikel. Genau das war und ist immer noch das Problem vieler Initiativen. Es liegt ein Stück weit in der Natur des Menschen. Umso wichtiger ist der ständige Dialog mit anderen Gruppen und dabei das Ziel nicht aus den Augen zu verlieren. Deshalb sollten die Bürgerkandidaten mit gutem Beispiel und regem Austausch untereinander vorangehen und sich gegenseitig Unterstützen.

    27.02.2017 10:59 Uhr
  • Super Aktion! Wir wollen kooperieren. Nur gemeinsam können wir etwas erreichen. Wenn andere mehr an sich denken, als an Kooperation, müssen wir es ihnen schmackhaft machen... durch Ermunterung ihrer Mitglieder und Spender.. Bitte helft alle mit!

    PP
    26.02.2017 14:17 Uhr
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